Fachkonferenz

Mini-Maker Day

Rückblick
Mini-Maker Day 2018

Digitale Medien
in Kita und Grundschule

Wie gelingt digitale Medienerziehung in der frühen Bildung?

Welche Voraussetzungen sind dafür nötig?

Wie begegnen wir Herausforderungen damit im paedagogischen Alltag?

Genau das wollten wir auf dem Mini-Maker Day 2018 am 30. Juni 2018 gemeinsam mit Expert/-innen aus Wissenschaft und Praxis herausfinden! Die Fachkonferenz drehte sich um die Nutzung von digitalen Medien und Technik in Kita und Grundschule. In Keynotes, Praxisworkshops und einer Podiumsdiskussion haben wir uns damit auseinandergesetzt, wie kindliche Bildungs- und Entwicklungsprozesse mit passenden digitalen Werkzeugen unterstützt werden können, wie Kunst und digitale Medien miteinander verbunden werden können und welche Kompetenzen Kinder bei Maker-Aktivitäten entwickeln. Das Programm bot neben anregendem fachlichen Input viel Raum zum eigenen Ausprobieren und Tüfteln sowie zum Austausch mit Fachkolleg/-innen.

Keynotes

Kinder der Zukunft

Rednerin: Antje Bostelmann

Antje Bostelmann ist ausgebildete Erzieherin und bildende Künstlerin. 1990 gründete sie Klax. Mit der Klax-Pädagogik hat sie ein modernes pädagogisches Konzept entwickelt, welches das Kind in den Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit stellt und das heute allen Klax-Einrichtungen zugrunde liegt. Sie entwickelt Lern- und Spielmaterialien für die Arbeit in Kindergarten und Krippe. In zwanzig Jahren hat sie über 50 pädagogische Fachbücher veröffentlicht, darunter viele Bestseller. Antje Bostelmann ist Mutter von drei Kindern und lebt in Berlin.

ABC der Technologie

Rednerin: Linda Liukas

Linda Liukas ist Programmiererin, Geschichtenerzählerin und Illustratorin und kommt aus Helsinki, Finnland. Ihre Idee zum Kinderbuch Hello Ruby wurde zuerst auf Kickstarter vorgestellt. Der Betrag von 10.000 US-Dollar, der mit der Kampagne gesammelt werden sollte, war nach gerade einmal dreieinhalb Stunden übertroffen. Ihre Bücher wurden in über 20 Sprachen übersetzt. Linda Liukas ist Gründerin von Rails Girls, einer globalen Bewegung mit dem Ziel, junge Frauen in die Grundlagen des Programmierens einzuführen. Sie sieht unsere Welt zunehmend von Software gesteuert, jedoch einen Mangel von Vielfalt unter denjenigen, die diese entwickeln. Für sie kann Kindern das Programmieren am besten durch spannende Geschichten nähergebracht werden. Linda Liukas hat Wirtschaftswissenschaften, Design und Ingenieurwesen an der Aalto University sowie Product Engineering an der Stanford University studiert. Lindas TED-Talk: Foto Copyright Maija Tammi 2014

Lernen wie in Dänemark?

Redner: Nikolaj Rachdi Bührmann

Nikolaj Rachdi Bührmann, ausgebildeter Pädagoge und Manager, ist ICT – Kindergartenberater der Gemeinde Furesoe in Dänemark. Er hat ein Mini-Maker-Projekt mit 5 Kindertagesstätten durchgeführt, in dem Kindergärten mit Maker Mentalität den Umgang mit Robotern, 3D-Druckern, drahtlosen Mikroskopen etc. kennengelernt haben. Er ist daran interessiert, sinnvolle Lernprozesse mit Kindern von 0 bis 9 Jahren, Lehrer, Kitaleitungen und Eltern zu schaffen. In seiner Freizeit ist er Politiker und lokaler Vorsitzender von Coding Pirates, einem Club für digitale Kreativität.

Die Workshops

Workshop 1:
Makerspace: Ein neuer Raum im Kindergarten

Workshopleitung: Sandra Rüger

Die klassische Lernwerkstatt, kombiniert mit der Remida aus der Reggiopädagogik ergibt einen Makerspace (Raum der Macher). Wie man so einen Raum einrichtet, welche Möbel und Materialien sinnvoll sind und wie Atelier und Makerspace kombiniert werden können, erfuhren die Teilnehmenden in Workshop 1. Durch zahlreiche praktische Beispiele wurde gezeigt, dass die Ausstattung eines Makerspaces keine Frage teurer Anschaffungen, sondern das Ergebnis von gut sortierten Recyclingmaterialien, Phantasie und Ideen ist.

Workshop 2:
Mit digitalen Geräten und Projekten Bildungsprozesse bei Kindern anregen

Workshopleitung: Silke Schaper

Kindliche Lernprozesse in den verschiedenen Bildungsbereichen können durch digitale Geräte wie Bee Bot, Dash oder Cubetto zusätzlich angeregt werden. In Workshop 2 lernten die Teilnehmenden durch eigenes Ausprobieren verschiedene digitale Lerngeräte kennen, um selbst Bildungsprojekte für Kinder zwischen 4 und 6 Jahren durchführen und diskutieren zu können. Mit der App Pic Collage bereiteten die Teilnehmenden beispielsweise Vorlagen für das Fädeltablett vor, mit dem im Bildungsbereich Mathematik die Mustererkennung gefördert werden kann. An einer weiteren Lernstation zum Thema „Algorithmen“ testeten die Teilnehmenden Bee Bots und verschiedene Bee Bot-Matten und erprobten, wie damit die Programmierkompetenz gefördert werden kann. An der freien Lerntheke konnten weitere digitale Lerngeräte eigenständig ausprobiert werden.

Workshop 3:
Sprachförderung durch digitale Medien

Workshopleitung: Karoline Tielke

Geschichten werden in jedem Kindergarten erzählt, denn sie tragen einen wichtigen Teil zur kindlichen Sprachentwicklung bei. Diese Tradition erfährt einen reizvollen Aufschwung durch digitale Technologien. Der Schwerpunkt von Workshop 3 lag in der praktischen Arbeit und dem eigenen Tüfteln an Lernstationen. Im Raum waren drei Tische mit Kreativmaterialien, iPads und Arbeitsaufträgen vorbereitet. Die Teilnehmenden produzierten beispielsweise selbst Geschichtenvideos und digitale Minitheaterstücke. Damit testeten sie, wie Kinder Geschichten über sich selbst erzählen und aufzeichnen können und wie sie so in ihrer Sprachentwicklung gefördert werden können. Die Lernstationen wurden mehrmals gewechselt, so dass alle Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, alle Stationen auszuprobieren.

Workshop 4:
Technik und Strom im Kindergartenatelier

Workshopleitung: Dominic Fischer

Im Kindergartenatelier entstehen mit Pinsel, Farbe, Kleber, Schere, Papier und unzähligen anderen Materialien unglaubliche Kreationen. In Workshop 4 probierten die Teilnehmenden neue (digitale) Techniken für Kunstprojekte im Kindergarten aus. Es wurden zunächst Hintergrundbilder mit verschiedenen Maltechniken wie z.B. Wisch-, Spritz- und Drucktechniken sowie eine Kunstfigur entworfen, die mit Kupfertape und LEDs ergänzt wurde. Mit dem iPad konnten die entworfenen Kunstfiguren und Hintergrundbilder in einen eigenen Film einbezogen werden. Ein Beamer ermöglichte faszinierende Ergebnisse, Effekte und optische Täuschungen. Diese festgehaltenen Bilder wurden anschließend in der App Pic Collage zusammengeführt, überarbeitet und zu Kollagen zusammengefasst.

Workshop 5:
Beobachten und Dokumentieren mit Movie Apps auf dem Tablet

Workshopleitung: Antonia Vinci

Der Einsatz digitaler Medien ermöglicht die aktive Beteiligung der Kinder an der Dokumentation ihrer eigenen Lernfortschritte, z.B. durch das Drehen oder Erstellen von Kurzfilmen oder Fotostrecken. Für diese Dokumentationsformen gibt es spezielle Apps, die die Kinder für ihre kreativen Ideen und Vorhaben nutzen können. In Workshop 5 lernten die Teilnehmenden geeignete Apps kennen, testeten eigene Dokumentationsarbeiten und diskutierten über deren gezielten Einsatz und deren Wirkung.

Workshop 6:
Mit Kindern das Innere des Computers entdecken und verstehen

Workshopleitung: Brian Kiel

Wussten Sie schon, welche Aufgaben GPU und CPU im Inneren des Computers haben? Warum RAM sich nichts merken kann und ROM immer einschläft, kann den Kindern in einem Projekt aufbereitet und erzählt werden. In Workshop 6 lernten die Teilnehmenden selbst alle Bestandteile des Computers kennen und wissen nun, wie Sie den Kindern den Aufbau und die Einzelteile eines Computers spielerisch näher bringen können.

Impressionen vom Mini-Maker Day 2018

Mini-Maker Day 2019 nicht verpassen!

Hinterlassen Sie uns Ihre E-Mail Adresse, um rechtzeitig Informationen zum Mini-Maker Day 2019 zu erhalten.

* Pflichtfelder
Ihre E-Mail Adresse wird ausschließlich zu Informationszwecken benutzt und nicht an Dritte weitergegeben.

Logo Erasmus

Der Mini-Maker Day war Teil des Erasmus+ Projektes
Digital Media Competence for Educational Staff in Early Childhood Education.